5 Erlebnisse, die ich seit meiner Rückkehr erfahren habe


Seit dem 24.06.2015 bin ich wieder in Deutschland. Nach und nach konnte bzw. habe ich mich wieder eingelebt oder einleben müssen.

 

Australien steckt mir immer noch in den Knochen und im Gedächtnis. So schnell und einfach kann man diese Tage nicht vergessen. Das Wetter war herrlich und die Menschen so entspannt. Das vermisse ich hier schon sehr.

  1. Mein erster Kontakt in Deutschland gleich nach der Landung war das Arbeitsamt. Obwohl ich mich während meiner Abwesenheit weiterhin fleißig beworben hatte, konnte ich noch keine passende Anstellung finden. Also ging es vom Flughafen direkt zum Amt. Die Zeit drängte, denn ich hatte nunmehr nur noch 1,5 h Zeit. Das Amt schließt ja schon gegen 12:00 Uhr.

    Dort angekommen dauerte es auch nicht lange. Nach 5 min. hatte ich mich persönlich arbeitslos gemeldet. Der letzte Schritt, um das mir zustehende Arbeitslosengeld zu erhalten.

    Am nächsten Tag hatte ich bereits einen Termin bei meiner Berufsberaterin. Sie stellte fest, dass ich trotz meiner Abwesenheit sehr tätig war. Dann druckte sie 3 Jobvorschläge aus. Eine Frage stellte sie mir noch, bevor ich mich zum nächsten Termin aufmachte. Ob mir während meiner Bewerbungen etwas Negatives aufgefallen wäre. Ich beantwortete die Frage mit der Tatsache, dass sich die potentiellen Arbeitgeber an meinen verschiedenen Branchen, in denen ich bereits gearbeitet hatte, stören würden. Meine Beraterin könne das allerdings nicht verstehen.

  2. Ich kann auch nicht verstehen, dass die Arbeitgeber heute immer noch so altmodisch sind und nicht mit der Zeit gehen können. In Australien habe ich viele Anrufe aus Deutschland zu Nachtzeiten (Australien ist 8 h voraus) erhalten. Rückrufe über Skype, wo man Guthaben aufladen und jede Telefonnummer auf der Welt anrufen kann, ergaben, dass die Firmen an meiner Person interessiert waren. Als ich allerdings die Lage genauer erklärte, waren sie meistens überrascht. Es scheint, als ob diese deinen Text und deinen Lebenslauf nicht genau lesen würden. Die meisten haben mir dann per E-Mail eine Absage geschickt. Tja, so schnell ist man aus dem Rennen, obwohl meine Bewerbung auf angebliches Interesse gestoßen wäre. Dabei heißt es doch, man solle in der heutigen Zeit sehr flexibel und mobil sein. Nur der Arbeitgeber anscheinend nicht.

  3. Einige dieser Arbeitgeber scheinen sich auch nur Rechte herauszunehmen und die Pflichten einfach zu vergessen.

    An meinem zweiten Tag in Deutschland hatte ich nach dem Termin beim Amt gleich ein Vorstellungsgespräch, welches an ein früheres vom Anfang des Jahres anknüpfte. Es schien so, als ob ich nicht lange auf eine neue Anstellung warten müsste. Frohen Mutes machte ich mich nach dem Gespräch auf den Weg nach Hause und war erleichtert, keine Stellenanzeigen mehr studieren und Bewerbungen schreiben zu müssen. Warum sollte ich nicht auch einmal Glück haben?

    Doch es sollte nicht so sein. Ich hatte bereits vor offiziellem Arbeitsbeginn in das Unternehmen Einblick erhalten. Diese waren nicht so angenehm, wie erhofft. Ich fühlte mich nicht wohl und hatte wirklich von Anfang an ein sehr komischen Gefühl. Dieses wurde nicht nur durch die Geschichten von einer sehr tollen Kollegin, die mir einige Details verraten hatte, sondern durch den Arbeitsvertrag selbst, den ich erst nach mehrmaligem Nachfragen vorgelegt bekommen hatte, bestätigt. Zu diesem Thema sage ich nur noch: Moderner Sklavenhandel...

    Den Arbeitsvertrag unterschrieb ich nicht. Da wäre ich wirklich dumm und sehr naiv gewesen. Ich nahm es lieber in den Kauf, wieder von vorne zu beginnen. Nach der Abgabe der Firmenschlüssel rief ich bei einem Unternehmen an, wo ich das Vorstellungsgespräch einige Tage zuvor abgesagt hatte. Das Spiel begann von vorn.

  4. Ich studierte wieder Stellenanzeigen und schrieb Bewerbungen. Meistens suchte ich mir selbst welche, da die mir übermittelten Jobvorschläge der Behörde von Personalunternehmen stammten. Lieber suche ich mir 2 eigene Firmen heraus und kann meine Forderungen oder Wünsche äußern. Neben Absagen erreichten mich auch Einladungen zu Vorstellungsgesprächen. Im Monat Juli nahm ich also an insgesamt 9 Gesprächen teil. Dabei erlebt man Dinge, die man so nicht erfahren möchte. Teilweise wusste ich schon kurz nach Betreten des Gebäudes, dass ich nicht wiederkommen würde. Einige Gespräche waren sehr lang, andere sehr kurz. Jedenfalls immer wieder anders, teilweise auch sehr skurril. Nun ja, am Ende hat es doch noch geklappt. Zu sehr guten Konditionen und besser, als man es sich erhoffen kann.

  5. Australien hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Kaum zurück, wurden die meisten DVD's aus meiner Sammlung entfernt und verkauft. Man müllt sich als Mensch im Leben echt nur mit Schwachsinn zu. Die komplette Küche aufgeräumt und aussortiert, ebenso Schubladen und Klamotten. Weg damit. Im Keller lagerten schon seit Jahren Müllsäcke mit Plüschtieren darin. Seit Jahren habe ich diese nicht mehr angerührt. Ich habe diese dem Roten Kreuz gespendet. Meine Wohnung habe ich auch umgeräumt, sodass wir nun vernünftig essen können. Möbel, die nicht mehr gebraucht werden, habe ich mit der Hilfe meiner Schwester zum Recyclinghof gebracht. Aufräumen tut der Seele gut. Spenden auch. Minimalismus sowieso.

    Das ist es, was der 5. Kontinent mir beigebracht hat. Als Mensch braucht man nicht wirklich viel zum Leben. Einige Klamotten, Essen, Getränke und Wasser reicht zum Überleben. Ich habe nichts vermisst. Erst viele Kilometer weg vom Alltag wurde mir das bewusst.

So beschreite ich nun wieder den Alltag hier in Deutschland. Mit mehr Gelassenheit werde ich alle Hürden meistern, die mir über den Weg laufen werden. Ich weiß nun, dass alles überwunden werden kann. Es ist nur eine Frage der Zeit... Und eine Erkenntnis, die man nur im Ausland verinnerlicht.

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