Fremdkörper in meinem Bett


Langsam erwachte sie aus einem tiefen Schlaf. Ihrem letzten Traum nachhängend, las sie die rotleuchtenden Ziffern auf ihrer Uhr. 10:30 Uhr stand da groß und fett.

 

Mist, dachte sie sich, bist spät dran. Du wolltest doch heute unbedingt Mama bei den Vorbereitungen für das Familienfest helfen. Während sie sich langsam aufrichtete, spürte sie etwas Krümeliges in ihrer Schlafanzughose.

 

Langsam tastete ihre rechte Hand entlang der Seite hinunter zum engen gummiartigen Hosenbund. Bedächtig versuchte sie mit ihrer warmen Hand den Fremdkörper zu ertasten. Sie zog die Handfläche mit kleinem Inhalt raus und starrte gebannt auf das Ergebnis.

 

Braune und weiße Kekskrümel. Er wird doch wohl nicht, dachte sie, und warf einen Blick auf ihre linke Seite. Grinsend schaute er sie an. „Wie oft“, begann sie, „habe ich dich schon gebeten, deine Lieblings-Schoko-Vanille-Kekse nicht im Bett zu essen? Die Krümel finden sich dann immer dort wieder, wo sie nicht hingehören!

 

Ja, ja!“, entgegnete er mehr spotthaft. „Ich liebe einfach dieses kuschelige und wohlige Gefühl, das in mir hochsteigt, wenn ich in meiner flauschigen Decke eingekuschelt die leckersten Kekse der Welt esse. Das weckt Kindeserinnerungen.

 

Lange blickten sich beide intensiv in die Augen. „Ich hole den Handstaubsauger.“, sagte sie nach einer gefühlt ewig langen Weile. „Und du saugst deine Krümel weg.“ So sprang sie auf, lief zum Haushaltsschrank, öffnete die Tür und suchte verzweifelt nach dem blöden Ding.

 

Datum: 25.02.2016

Urheber: FF 2/16

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