Freundschaft


Diese Einöde hier macht mich noch fertig.“, stöhnte Rudi, der Quastenflosser vor sich her. „Was kann ich nur dagegen tun?“ Rudi strengte sein kleines aber schlaues Gehirn an. Er überlegte, überlegte, überlegte und überlegte.

 

Hah, ich hab’s!“, schrie er vor Begeisterung. „Ich schwimme an die Wasseroberfläche. Dort werden sicher andere Arten, mit denen ich mich austauschen kann, zu finden sein.“ Gesagt, getan. Rudi nahm den weiten, dunklen und teilweise gefährlichen Weg auf sich. Er trotze den Gefahren von Walen, Oktopussen und Haien.

 

Nach einer Weile, für ihn eine gefühlte Ewigkeit, kam er am Ziel an „Hmmmm.“, grübelte er leise vor sich hin, „Der lange und beschwerliche Weg hat sich scheinbar nicht gelohnt. Hier scheint auch keine Sau zu wohnen.“ Erschöpft und etwas traurig ließ er sich von den Wellen treiben.

 

Ok.“, sagte Rudi zu sich selbst. „Jetzt habe ich den Weg schon beschritten, warum also nicht das Beste daraus machen?“ So trieb er weiter kurz unter der Wasseroberfläche von links nach rechts und von rechts nach links.

 

Bis sein Kopf gegen etwas Hartes, aber auch Flauschiges, prallte. Langsam, ängstlich und neugierig schaute er auf. Seine Augen trafen die eines verdutzten Kängurus.

 

Huch“, begann das Känguru Klaus, „wer bist du denn? Dich habe ich hier noch nie entdeckt.“ „Ich bin Rudi, ein Quastenflosser, und wohne nahe des Meeresgrundes“, entgegnete Rudi mutig. „Dort war es mir zu langweilig und einsam. Daher bin ich noch oben geschwommen“, fuhr er fort.

 

Klaus staunte: „Respekt. So viel Mut könnte ich nicht aufbringen. Ich bin Klaus, ein Känguru, und hüpfe jeden Morgen, wie auch heute, hier am Strand entlang, um über die Wasseroberfläche meinen Salzhaushalt wieder aufzutanken.“, erklärte er.

 

Damit begann eine sehr lange und ausführliche Unterhaltung, die bis zur Mittagssonne dauerte. „Du, Rudi, ich muss jetzt leider weiterhüpfen. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn du mich bald mal wieder besuchen kommen würdest!

 

Gerne“, entgegnete Rudi, „ich danke dir für den tollen Vormittag, Klaus, und ich werde sehr bald wieder zurückkehren.“, versprach Rudi und schwamm so glücklich wie noch nie nach Hause.

 

 Datum: 14.04.2016

 Urheber: FF 4/16

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